Summer and the City: Wie ein Sommer in der eigenen Stadt zum Mikroabenteuer wird
Touristin in der eigenen Stadt? Genau das. Wer im Sommer das gewohnte Tempo verlässt, entdeckt Cafés, Parks und Strassenecken, an denen man sonst nur vorbeihastet. Eine Einladung, sich neu in den eigenen Wohnort zu verlieben.
Stellen Sie sich vor, Sie wären für ein Wochenende zu Besuch in der eigenen Stadt. In welchem Hotel würden Sie übernachten? Welche Parks, Sehenswürdigkeiten und Cafés würden auf Ihrer Liste stehen? Welche Viertel und Ecken würden Sie ganz bewusst erkunden? Wahrscheinlich völlig andere als die, an denen Sie sonst täglich vorbeikommen. Wie im Autopilot nehmen wir immer wieder denselben Weg in die Arbeit, gehen in unser Stammrestaurant und scrollen beim Spazierengehen durchs Handy. Achtsamkeit wird höchstens in der Yogastunde praktiziert, nicht aber im ganz normalen Alltag zwischen To-go-Kaffee und Termindruck. Selten nimmt man sich Zeit, bewusst etwas Neues auszuprobieren oder einfach mal vom gewohnten Ablauf abzuweichen. Fühlen Sie sich ertappt? Dann wird es höchste Zeit, die eigene Stadt mit neuen Augen zu entdecken!
Entdeckungstour vor der Haustür
Wer die eigene Stadt wirklich kennenlernen will, muss nicht gleich alles auf einmal umkrempeln. Es reicht, sich bewusst ein Viertel vorzunehmen, in dem man sonst nie unterwegs ist – und dort einfach loszugehen. Ohne Plan, ohne Ziel. Schon beim Schlendern durch unbekannte Gassen oder beim Blick aus Bus und Tram entstehen neue Eindrücke: andere Fassaden, andere Menschen, ein anderes Tempo. Mit dieser kleinen Verschiebung beginnt oft mehr als nur ein Ortswechsel. Wer genauer hinschaut, entdeckt Details, die im Vorbeigehen sonst untergehen, und ist automatisch mehr im Hier und Jetzt. Und plötzlich öffnen sich ganz neue Möglichkeiten wie ein Café, das man sonst nie betreten hätte, ein Restaurant, das bisher nur «auf der Liste» stand. Vielleicht kommt man ins Gespräch, bekommt Empfehlungen, landet an Orten, die man allein nie gefunden hätte.
Auch Kultur ist ein wesentlicher Teil, der den Charakter einer Stadt mitformt: Beim Besuch einer Theatervorstellung, im Museum oder bei einer Stadtführung lernt man mehr über ihre Geschichte – und beginnt vielleicht, sie ganz neu zu sehen und zu schätzen. Und warum den Sommer nicht nach draussen verlagern? Statt immer auf dem eigenen Balkon zu sitzen, einfach mit Freunden ein Picknick in genau dem Park machen, den man bisher nur vom Vorbeifahren kennt. Neue Eisdielen ausprobieren, die mit ungewöhnlichen Sorten überraschen, oder den Abend bei einem Cocktail in einer Rooftopbar ausklingen lassen – mit Blick über die ganze Stadt. Und vielleicht ist auch ein Besuch im Freibad genau das Richtige, um die Liebe zum Schwimmen wiederzuentdecken.
Auf Fotosafari im Grossstadtdschungel
Wer die eigene Stadt neu sehen will, kann einfach mal mit Kamera oder Handy losziehen und gezielt Motive einfangen: Fassaden, Lichtstimmungen, Strassenszenen oder Details, die sonst untergehen. Spannend wird es, sich kleine «Aufgaben» zu setzen: etwa eine Strecke bewusst nur unter einem bestimmten Fokus zu gehen: alles fotografieren, was eine bestimmte Farbe hat, oder gezielt nach Spiegelungen in Fenstern und Pfützen zu suchen. Auch ungewöhnliche Perspektiven helfen: einmal in die Hocke gehen und nach oben fotografieren oder durch Objekte hindurch.Wer mag, kann sich auch vornehmen, in einem Viertel nur Details festzuhalten – Türklinken, Schilder, Muster an Fassaden – statt das grosse Ganze. Mit der Zeit fallen Dinge auf, die vorher nie ins Auge gestochen sind. Ein unscheinbarer Innenhof, ein interessantes Schattenmuster, eine Szene auf der Strasse. So wird aus einem normalen Spaziergang schnell eine Art Spiel – und der Blick für die Schönheit der Stadt schärft sich ganz automatisch.
Sommer, Sonne, gute Laune
Zur warmen Jahreszeit zeigt sich die Stadt von ihrer besten Seite – belebt, bunt und voller Leben. Statt sich über volle Strassen, Baustellen oder den verpassten nächsten Bus zu ärgern, lohnt es sich, den Fokus bewusst auf das Schöne zu verschieben: das Stimmengewirr in der Stadt, Kinder, die am Brunnen spielen, Musik, die aus einem offenen Fenster erklingt. Genauso gehört zum Sommer dazu, sich selbst ein bisschen aus dem strengen Alltag herauszuholen. Die Sommerkleidung wieder nach vorne hängen, vielleicht bei einem Shoppingtrip ein neues Lieblingsteil entdecken – und Outfits nicht nur funktional wählen, sondern so, dass man sich wirklich gut fühlt. Statt wochenlang im Voraus zu planen, nur damit das Treffen am Ende doch ausfällt, verabredet man sich im Sommer öfter spontan. Zum Grillabend im Garten mit den besten Freunden, um neue Bars zu testen oder auf der Tanzfläche zu landen und einfach bis in die Morgenstunden zu tanzen. Genau diese Momente machen den Sommer in der Stadt aus. Stunden, die man nicht plant, sondern die einfach passieren. Im Sommergewitter draussen bleiben und klatschnass werden oder mit Fremden auf der Strasse mitsingen, als wäre man im Italienurlaub. Mit Kleidern in den Fluss springen, weil es sich gerade richtig anfühlt, oder ein spontaner Konzertbesuch, bei dem man plötzlich seine neue Lieblingsband entdeckt. Es sind genau diese kleinen, ungeplanten Erlebnisse, die bleiben – und aus einem ganz normalen Sommer echte Erinnerungen machen.
Die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema
Topophilie beschreibt die emotionale Bindung an einen Ort. Sie entsteht dort, wo Aufmerksamkeit auf Vertrautes trifft – und macht aus dem eigenen Wohnort plötzlich einen Sehnsuchtsort.
Am besten ein Viertel auswählen, in dem man sonst nie unterwegs ist, und ohne festen Plan losziehen. Schon kleine Routinebrüche – ein neues Café, ein anderer Park – verändern den Blick.
Sonnenbrille, Sonnencreme als Stick und ein Wasserspray sind Pflicht. Dazu Trinkflasche, Snack, Picknickdecke und Kopfhörer – plus Bikini für den spontanen Sprung ins Freibad.
Zürich, Bern, Basel und Luzern überzeugen mit Bars und Eisdielen, St. Gallen mit Naturbädern, Locarno mit Tessiner Flair. Schon ein neues Viertel reicht für ein Mikroabenteuer.
Fünf Dinge benennen, die man sieht, vier, die man fühlt, drei, die man hört, zwei, die man riecht, eines, das man schmeckt. Die Übung schärft die Sinne und holt zurück ins Hier und Jetzt.
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