Glatte Eins

Ach, was wäre der Sommer ohne Badeanzug oder Bikini? Nur diese lästigen Stoppeln und Härchen überall … Schlechte Nachricht: Es gibt noch keinen Zaubertrank, 
der ewig glatte und geschmeidige Haut herbeiführt. Gute Nachricht: aber immer bessere Werkzeuge und Methoden!

Eine Körperrasur aus ästhetischen Gründen? Man könnte meinen, dies sei eine reine Erfindung der Neuzeit. Doch Fehlanzeige! Schon im alten Ägypten, also bereits 10’000 Jahre vor Christi Geburt, galt ein haarfreier Körper als Schönheitsideal – egal ob bei Mann oder Frau. Und weil es dort damals sehr warm war, wurden kurzerhand auch gleich die Kopfhaare abrasiert. Vor allem aus olfaktorischen Gründen rasierten sich auch die Menschen im alten Rom. Hier galt eine – zumindest gepflegte – Körperbehaarung ebenfalls als Zeichen guter Zivilisation. In der muslimischen Kultur hat die Körperrasur eine lange Tradition, denn sie gehört zum Reinlichkeitsgebot. Im Islam gibt es sogar klare Vorgaben zu Art und Gestalt der Achselhaare, der Intimbehaarung und des Bartes. 

Mach frei!

Seither wurden Rasierwerkzeug und Enthaarungstechniken weiterentwickelt, bis schliesslich in den 1970er-Jahren der Rasurtrend in den USA Einzug hielt. Plötzlich war es total hip, alles zu rasieren – besonders bei den Damen. In Europa hingegen war weiterhin Wildwuchs angesagt. Es sollte noch fast zwei Jahrzehnte dauern, bis Anfang der 1990er-Jahre der Trend, Achseln, Beine und Intimbereich zu rasieren, auch hierzulande Anhängerinnen (und zunächst wenige Anhänger) fand. Während die Rasur in der Antike mittels scharfkantiger Steine oder Muscheln noch eine langwierige und unangenehme Prozedur gewesen sein dürfte, wurde im Jahr 1874 der erste Rasierhobel erdacht. Die 1980er-Jahre brachten die Erfindung des Systemrasierers, der aus wechselbarer Einfachklinge und Griff bestand. Mit wachsender Nachfrage begannen sich die Hersteller, Gedanken über Mehrfachklingen, bewegliche Schwingköpfe, Gelkissen und Lubrastrips zu machen. Neuerdings gibt es für nahezu jede rasierbare Körperregion von Frau oder Mann speziell abgestimmte Geräte.

Licht statt Klinge?

Nach wie vor gehört die Rasur zu den schnellsten, effektivsten und damit beliebtesten Methoden, die ungeliebten Härchen loszuwerden. Doch wer länger als zwei Tage seine Ruhe haben möchte, muss zu anderen Mitteln greifen. Immer beliebter wird neben Epilation, Waxing oder Enthaarungscreme die schonende Haarentfernung mittels Lichttechnologie. Die Intense-Pulse-Light-Methode (kurz: IPL) wurde vorerst nur von Dermatologen angeboten. Seit einigen Jahren gibt es auch Geräte für zu Hause, die mittels Lichtblitzen das Haarwachstum am Körper beeinflussen. Die neueste Generation von IPL-Geräten arbeitet sehr viel schneller und auch weniger schmerzhaft, denn inzwischen können in einer Sitzung grössere Hautabschnitte behandelt werden. In vielen Fällen wird das Haarwachstum so für einen längeren Zeitraum völlig eingedämmt und selbst, wenn Haare nachwachsen, sind sie in der Regeln sehr fein und dünn. Allerdings funktioniert diese Methode trotz aller Innovationen nach wie vor am besten bei dunklen Haaren auf heller Haut. Alle anderen – bitte weiterlesen!

nassrasur

Schnell, effektiv & ganz ohne Schmerzen! Zusätzlich entfernt das Rasieren per Klinge trockene Hautschüppchen an den Beinen und sorgt so für einen extraglatten Look. Nachteil: Erste Stoppeln können je nach Haartyp schon nach wenigen Stunden wieder auftauchen, oft ist deshalb gerade im Sommer eine tägliche Rasur notwendig. Wichtig, damit keine Hautirritationen auftreten: Zum sanften Gleiten der Klingen ein feuchtigkeitsspendendes Rasiergel verwenden und nach der Rasur das Eincremen nicht vergessen!

waxing

Wer etwas mehr Zeit und Mühe investieren kann, greift zur Wachsmethode. Dabei trägt man Heiss- oder Kaltwachs in Wuchsrichtung der Härchen auf die Haut auf und zieht es nach dem Erkalten mithilfe von Stoffstreifen samt Haaren entgegen der Wuchsrichtung wieder ab. Eine Alternative sind vorgefertigte Wachsstreifen. Vorteil: Das haarfreie Ergebnis hält oft mehrere Wochen. Nachteil: Die Prozedur funktioniert nur bei längeren Stoppeln, erfordert etwas Übung und ist leider nicht ganz schmerzfrei. Gegen Hautreizungen hilft eine Feuchtigkeitslotion mit Aloe vera.

enthaarungscreme

Bei dieser Methode wird das Haar an der Hautoberfläche chemisch aufgelöst. Nach dem Auftragen einer messerrückendünnen Schicht bleibt die Creme für bis zu zehn Minuten auf der Haut und wird dann mittels Spatel gemeinsam mit dem aufgelösten Haar entfernt. Der Vorteil: Die Haarentfernung erfolgt völlig schmerzfrei, lediglich die Nase hat bei manchen Produkten ein wenig zu leiden. Bis zu einer Woche ist Ruhe und oft wachsen die Haare etwas dünner nach. Allerdings kann der chemische Wirkstoff bei empfindlicher Haut zu Reizungen oder allergischen Reaktionen führen. Deshalb am besten vorher an einer kleinen Stelle (etwa am Innenarm) ausprobieren.

epilation

Die neueste Generation von Epilationsgeräten arbeitet mit rotierenden Pinzettenaufsätzen, die entlang der Hautoberfläche geführt werden und so im Idealfall alle Haare samt Wurzel entfernen. Der Vorteil: ultraglatte Ergebnisse, die bis zu vier Wochen lang halten. Es gibt auch Modelle mit einem Aufsatz zur Entfernung von Gesichtsbehaarung oder für die empfindliche Bikinizone. Nachteile: Auch das Epilieren erfordert etwas mehr Zeit und Geduld. Und: An sensiblen Hautstellen kann das Zupfen der vielen eingebauten Pinzetten durchaus unangenehm bis schmerzhaft werden.

laser oder IPL?

Beide Methoden bieten eine dauerhafte Haarentfernung. Laser ist punktgenauer, führt schneller zu sichtbaren Ergebnissen und ist die bessere Wahl für dunkle Hauttypen. IPL eignet sich vorwiegend für helle Hauttypen mit dunklem Haar und wirkt sich auch positiv auf die umgebende Haut aus (Akne, Narben etc.).

1Erhältlich in Coop City
3Erhältlich in ausgewählten Coop Supermärkten und Coop City