Nature

Dank wachsendem Bewusstsein für Umwelt und Gesundheit suchen viele von uns nach Alternativen zu herkömmlichen Produkten. Naturkosmetik boomt genau deshalb: Sie verbindet äussere Schönheit mit innerem Wohlbefinden

umsatz

Laut Statistiken ist der Marktanteil von Naturkosmetik in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Der Umsatz allein in der Schweiz wird im Jahr 2024 etwa 44 Millionen Schweizer Franken betragen. Laut Prognose wird das Marktvolumen im Jahr 2028 voraussichtlich sogar mehr als 55 Millionen Schweizer Franken erreichen, was einem jährlichen Umsatzwachstum von 5.75 Prozent entspricht. Doch warum ist Naturkosmetik so erfolgreich? Ihr offenes Geheimnis sind Pflanzenextrakte und natürliche Öle anstatt chemischer Inhaltsstoffe. Diese sind sanft zur Haut und reduzieren das Risiko von Reizungen und Allergien. So gehen wir sicher, dass wir unserer Haut nur das Beste geben. Aber auch für unseren Planeten ist Naturkosmetik eine gute Wahl: Die Schönheitsindustrie ist berüchtigt für ihren Ressourcenverbrauch, dagegen setzt Naturkosmetik auf nachhaltige Praktiken und biologisch abbaubare Verpackungen.

preis

Obwohl natürliche und biologische Kosmetikprodukte oft teurer sind als ihre konventionell hergestellten Pendants, bevorzugen sie immer mehr Verbraucher. Das liegt auch daran, dass sich in herkömmlichen Produkten Chemikalien wie Parabene und synthetische Duftstoffe verstecken. Sie stehen im Verdacht, Allergien auszulösen oder den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Naturkosmetik verzichtet vollständig auf solche Inhaltsstoffe, was das Risiko langfristiger negativer Auswirkungen auf unsere Gesundheit minimiert. Zudem ist natürliche Kosmetik immer tierversuchsfrei und oft sogar vegan.

vielfalt

Naturkosmetik findet weltweit Anklang, was zeigt, dass das Interesse an natürlicher Pflege international verbreitet ist. Vor allem bei der Gesichts- und Körperpflege steht bereits eine breite Palette zur Auswahl. Auch in der Zahnpflege, bei Lippenbalsam und anderen alltäglichen Pflegeprodukten sind natürliche Alternativen auf dem Vormarsch. In Sachen Duft und dekorativer Kosmetik ist der Anteil noch gering, aber gerade hier gibt es momentan einen grossen Aufschwung. Neben den einstigen Naturkosmetikpionieren wie Weleda und Annemarie Börlind sind inzwischen auch viele Start-ups vertreten und konventionelle Hersteller werben mit eigenen Naturkosmetikmarken oder „grünen“ Linien. Insbesondere junge Naturkosmetikmarken greifen Beautytrends auf und verwenden in ihren Produkten natürliche Alternativen zu angesagten Wirkstoffen. Ein Beispiel dafür ist Bakuchiol, das als eine Art pflanzliches Retinol gilt. Auch feste oder nachfüllbare Naturkosmetik ist in letzter Zeit zu einem wichtigen Segment geworden.

#expertentipp

Selina Schütz, Coop Purchasing Product Manager Schönheit

Da es – anders als bei Biolebensmitteln – keine gesetzlichen Regelungen für Naturkosmetik gibt, sollten wir auf Zertifizierungen wie NaTrue, Ecocert oder BDIH achten. Sie gewährleisten, dass die Produkte bestimmte Standards erfüllen wie den Verzicht auf synthetische Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe.